Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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Du bist auch der sunder einer, der voir unrehter vorhtc 
und vor unrehter liebe verdanipt wirk, von der grozen 
liebe, die du zu dem unrehten gute hast; wanne du den 
Worten in der Helle brennen wilt, daz du unreht gut gewin 
nest. Du hast auch unrehte vorhte, daz du dem almeh- 
tigen gote nit getruwest, daz er ich an' daz unrehte guet 
crnere. Und von der unrehte» vorhte wilt weder gelten 
noch wider geben. Wann nu als manige verdampniste 
lit an der gitikeit, Var umb durch den almehtigen gvt, 
so hüte sich alle diese werkt vor gitikeit und vor unreh- 
tem güte, die sin uoch nit haben. Und die sin noch ein 
wenig haben, die kamen da von, e daz sie sin zu vil ge 
winnen. Wanne iuden und Heiden bekert man e, e daz 
man keinen gitigen bekern müge. Wann in hant beide 
läge gevangen; die tufel habent in mit beiden lagen be 
stricket. Die hohfertigen sint auch mit beiden lagen ge 
vangen, der unrehten liebe und üppiger ere, und der un- 
rehten vorhte, daz sie gedenken: „wie liez ich nu die hoh- 
fart? wann so hat man niich vor niht." Siech, daz rü- 
^et dir der dufel alles zu. Und also wirt die werkt alle 
gevangen mit diesen zwein lagen, mit unrehter vorhte, 
oder mit unrehter liebe, oder mit in beiden. „O we! 
bruder B., wie sollen wir dann dün?" Daz künde ich 
dich wol gelern. Du soll dün, als die dru hündert, die 
sich nit zu tief neigten in daz wazzer, do sie trünkcn, 
sie hüben sich uf, und worfen daz wazzer mit der hant 
in den münt. Du hast dich gar zu tieff geneiget in die 
fünde, in die unrehten liebe, und bist auch gar verzagt 
15 *' 
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