Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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ahten; und ir stricke und ir läge sint so vil, als staubes 
in der sännen. Und do von spricht ein heilige: weherre! 
ist aber ieman, der sich vor diesen stricken allen müge 
behüten? wanne die werkt ist alle vol stricke. Nu seht, 
ob ir üch wollent setzen zu wer, oder ob ir vor unreh- 
ter vorhte wider kern wollet, oder vor unrehter liebe. 
Wanne als iene verzagt warn vor unrehter vorhte und 
wider kerten von dem stride unsers Herren: also kercnt 
noch manig tüsent wider, da; sie niemer hant uf gehe 
ben gein der anevehtunge dez tüfels, und verzagent alle 
vor unrehter vorhte. Der let im an gesi'gen mit Wucher, 
der mit fürkaufe, der mit pfandünge, der mit dinges gc- 
Jktt ins iar, der mit trugenheit an sime kauffe, der mit 
diepheit. Der let in: an gesi'gen mit zorn, der mit vint- 
schaft. Wann er vorhtet sich und nimpt im ein unrchte 
vorhte, ob er eim ein wort vertrüge oder ein ander schülde, 
da; man dann spreche: „we, wie mäht du daz vertra 
gen? wie lihteclichen er daz vertragen hat!" Wiltu aber 
die unrehte vorhte nit lazzen, die do heißet vintschaft, so 
fügest du got nit an sinem strite, da du soltest striten umb 
daz ewige leben» Du must schentlichen und lesterlichen 
wider keren gein dem apgründe der hellen, da bin nim 
mer mcr rat wirt. ^Vfi gitiger! ir gitigen lüte, ir ge 
winnet ein michel schar uf der zagehaften wider vark. 
Wann du hast aller manheit eine nit. Wie wol dir got 
globt hat, daz er dich an' unreht güt wolle nercn, so 
hast du ein unrehte vorhte, ob du nit ein wücherer we- 
rest, daz er dich verderben ließe, und auch nit ein satzün-
	        

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