Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

cher wis ist ez umb die kint. Swez man die kint de; 
ersten wenet, dem habent sie iemer mcr hant an. Lcrt 
man ez von ersten zuht und tugent und gewißenheit, so 
habt ez iemer mer hant an. Lert man ez aber leckerie 
und schalkeit, ez niuz iemer mer sin ein lecker und ein 
schalk. Und dar umb git man der hohen Herren linder 
zuhtmeister, die alle zit bi in sint und sie zü allen ziten 
zuht lerent; und den iurgfrauwen ein zuhtmeisterin, die 
sie alle zyt zuht und tugent lert. Wann dez Herren und 
frauwen wol bedorfent, so lert man sie zitlich zuht und 
cre, daz sie sin in gewvnheit komen. Wanne swez daz 
kint gewont, daz selbe im nach dont. Daz ist ein alt 
gesprochen wort, und ist auch war. So habt ir armen 
lute uwern linden niht zuhtmeister, als hohe Herren und 
franwen irn linden. Und da von sult ir uwer kint sel 
ber ziehen. Wann uch und uwern linden dez himelri- 
ches als not ist, so sult ir uwer linder selber ziehen. 
Wann sin in nieman so wol schuldig ist, als ir. Wann 
für die zit, als ez eht böse wort spricht, so sult ir ein 
.kleines rutelin nemen bi uch, daz alle zit ob uch stecke 
in dem bietn oder in der want; und als ez ein untzuht 
oder ein böses wort sprichet, so sult ir im ein smitzelin 
dün an bloze hüt. Ir sült ez aber an bloz heubt niht 
slahen mit der hant; wann ir mohtet ez wol zü einem 
torn machen. Nür ein^kleines riselm, daz vorhtet ez und 
Wirt wol gezogen. Tüt ir dez nit, so mügt ir leiden 
blig an im werden sehen. Und swo sic ungeraten wer 
den von uwern schulden, daz irs von linde nit lert zuht
	        

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