Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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erbarme dich über mich. Und zuhant, do er sich erkante, 
her david, daz er sich »betreiben hete gein gote und 
sich also versprochen hette, da gab im unser herre sine 
gnade wider. Er lerle auch sine iüngern, unser herre, 
do er sprach: so ir da; beste getunt, daz ir iemer getün 
mügent, so sült ir 19) dannoch sprechen; wir sin unnütze 
knehte. Und do mit lcrte sie got, swie gar gut sie wer», 
oder swie heilig sie wer», daz sie daz sotten mit demüte 
tragen. Und dar umb sült ir die tügent liep Han, die 
da heißet demütikeit. Die aber demütig und gut sint, 
die werdend beßer; die da heilig sint, die werdend heili 
ger. — Die sehste untügent, die sol alle die werlt flie- 
hen, als spricht der gute sant Paulus; fliehend die un- 
kusche, oder ir verliesent daz erbeteil unsers Herren ihesu 
cristi. Wanne sie heißet aller untügende groste, und sie 
hat auch der almehtige got sit anegenge der werlte grü- 
licher gerochen, 20) danne deheine sünde. Daz liefet 
man gar vil in der heiligen schrift, wie manig tüsent 
feie umb die selben fünde sint verdampt sit anegenge 
der werlte. Der selben untugende ist alse vil werden, 0 
daz man druffe niht ahten wil, und daz der gar^ lützel 
ist, die sich ir schämen wollen. Und der selben Untu 
gend sült ir wider sten mit einer dugent, die heißet kü- 
sche, und ist auch der edelsten lugenden eine, sie selb sie 
bende, die die werkt ie gewan, sit got die werlt geschüf. 
19) Hds- „die" 
20) Hds. „grulichkn gcrocher"
	        

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