Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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gar virzig tage alles für sich da ungeßen waz, und he- 
lyas älsam. Du stirbest halt michels ec, banne ob du 
messi'g werst zu dinem münde an worren und an wer 
ken. Daz ist aller tilgende beste, die die werkt ie gewan. 
Manige tuscnt fünde kument von der Unmaße dez Mun 
des, von uber/eßen und von über trinken und von Un 
maßen der wort, die niemer geschehen. i6) Die fünfte 
untügcnt, der ir auch wider sten sült, sie selbe siebende, 
die hat manig tusent selc zur Helle braht, der niemer 
mere rat Wirt, und heißet Hoffart. Von der selben un- 
tugcnde wart her lützefcr von dem himel geworfen hin 
abe an den grünt der Hellen, und manig tuscnt engele 
mit im, die icmer mere tüfel müßen sin. Und die selbe 
undugcnde lit an zwei» dingen. Daz eine ist: die iüngen 
lüte die vallcnt da von in üppige Hoffart, durch itel er 
und durch die freude, die sie dar an vinden wenent, 
und dar umb daz sic wenent, ir friheit der lügende die 
gelimpfc in bester baz. Dez enist niht. Ez ist dehein 
versünnen hertze, wann ez im gedenke, wie ez ein Hoffart 
volle braht habe, und ez dar nach in sin lütcr gewißende 
sieht, ez schäm sich der Hoffart wider sich selben in sinem 
hertzcn. So ist daz ander, da von auch die Hoffart an 
den luten Wirt, daz ist: die alten und die richen lüte 
vallent da von in Hoffart, daz sie gerne ere haben, ette- 
liche durch ir kinde willen, etteliche, daz man sie bester 
werder habe. Und also vallent die iüngen und die alten 
se 
ih) nemlich, wenn die Unmaßigkeit nicht wäre.
	        

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