Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

tzcn truwen. Wann wer daz düt, der minnet die enget 
nach irin rcht, der minnet die menschen auch nach irm 
rchtc. Und swcr got und sich selber minnet zu rchte, 
der minnet auch die tilgende und haßet alle undugende. 
Und dar umb fult [iv] mit der mimte dem nide und dem 
haße wider sten; so habt ir der sieben tilgende eine. 
Dannoch sult ir seyse haben, ob ir die sele kleiden wol- 
lcnt mit dem edeln küniclichen libe an der iüngesten ur- 
sicndc. — Die ander undugent, die ir mit duzenden wider 
sten sült, daz ist zorn. Die selbe untugcnt die hat ma- 
nig tusent sele zur hellen braht, daz ir nienier rat wirt, 
als herodeö und nerv und manig ander. Die selbe un- 
tugent, die do heisset zorir, die verdampt der armen lüte 
aller meist. Die zornent und grinent aller meiste umb 
sust uitd umb tiiht. Dez schement sich die hohen und 
die erbern lüte. Swanne sie aber zornig werden, da 
künipt grozer schade von; brant und raub und mort und 
manig witwe und weise werdent vor der ungenemen un 
tugende, die do heißet zorn. Ez zürnet und grint daz 
arme lütech, so einiger Halm an dem wege lit, und grint 
und fluchet und schiltet und wütet, sam ez mit dem tü- 
fel behaft fl. Uud würdest du also funden, diner sele 
würde niemer rat. Büße nim ich alle zyt uz. — Und 
der selben untugende sollet ir wider sten mit einer tu 
gende, die heißet gedultikeit. Swa; dir zu leide geschiht 
von ungclücke oder sust von einem andern menschen, daz 
soltu gar gedültickichen liden, als der gute iob tet, der 
deni alniehtigen gote do so hertzeclichen wol geviel für
	        

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