Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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ftncm heiligen tobe. Ob wir tugenthaft wollen sin, sv 
werden wir die freude besitzende, wie leit ez dem aptrk- 
nigen cngel ist, die er do verlorn hat mit Untugenden. 
Und dar umb durch den almehtigen got, so lernt die sie 
ben tugende, do mit ir den sieben Untugenden mit an 
gestriten fklnt. Wann alle die heiligen, die zu himelrich 
sint, die habent in allen angcstriten. — Die erste untu- 
gent heißet haz 'und nyt. Die wiseten den 12) ersten, 
der ie zu Helle quam, in daz apgrunde der Helle, und 
manig tusent sele, die stt komen sint zur helle mit nide 
und mit hazze. Und der selben untügende sült ir wider 
sten mit einer tugende; die heißet die wäre minne, die 
ein ieglich mensche gein gote haben sol, als die heiligen 
engel, die niinneten got mit echtem ernst. Wann er 
uns und die engel durch echte minne geschuff, dar umb 
haben wir dcz reht, daz wir in als ernstlichen minneu, 
als die heiligen engel, der hochgezyt man hüte bcget. 
Wann die minnent got als grözlichen und als ernstlich, 
daz ez niciner münt gesagen kan. Und wer got minnct, 
der minnct auch alles, daz da got minnet. Der almeh- 
tige got, der minnet die tugent vor allen dingen. Wann 
er enge! und menschen durch dugende hat beschafen, und 
daz engel und menschen si'ner frcuden deilheftig wurden 
von tugenden. So ist die tugent an «anigen stücke,^ 
aber die wäre minne ist aller tugende beste;?chnd dar 
umb sol man got Minnen mit allem ernstes und mit gan- 
,-) Hds. '„Me"
	        

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