Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
klaren gothrit bester lüterlicher an gesehen mvhten, und 
daz sie zu siner gütlichen hohe beste riiiclichcr mohten gc- 
swrgen. Und darumb daz sich der enge! der grozen schon- 
heit über hüb in ubermüte so gar sere, dar üm gap er dem 
menschen irdenischen lip, daz er sich bester mime über 
hübe in deheiner Hoffart, und daz den menschen ermante 
der Herwige irdrnisch sag, daz er demütig were, und da; 
im iht geschehe von hofferte, als dem hofertigcn engel. 
Und dar umb da; der grist in den irdenischen lip gesto- 
Yv ßen wart, da; sich der mensch« »it zu lasier an ü,eme, 
daz die edele sele so smehelich wart gekleit mit dem irde 
nischen libe, dar umb 8) wolte der salmehtige got^ den 9) 
menschen ergehen der selben smehede mit manigen grozen 
ern. Dez ersten, daz er die sele im selber dar an gli 
chet hete: als er ein Herr« ist in der grozen werlt 
gar an allen steten, und alles daz ordinet und rihtet 
und ufhabt und erqwickt und ziert, daz in der werlt ist, 
und da; er doch da bi so unbekumbcrt ist, und als gar 
an' muwe ist, als ob er nie gedehte zu schaffen und 
zu machen; reht zu glicher wise ist also auch dez men 
schen sele in der kleinen werlt, daz ist in ir libe; und in 
allen glitzern dez libeö ist die sele gentzlich in jeglichem 
glide, und sie gitZ leglichem glicde leben und enpfindcn 
8) Sinn: weil der Deist in den irdischen Leib gestoßen ward, 
darum wollte Gott, damit es der Mensch sich nicht zur 
Schande anrechne, daß die edle Seele so schmählich beklei 
det ward, dem Menschen diese Schmach vergüten u. s. s. 
H) Hds. „dem" 
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