Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
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lernen 3) und an bäumen und an dem körne und an 
den blümen und an dem grase, als dct der gute sank 
bernhart. „Ich suche den gehüren an Killen crcatüren." 
So mohten alle crcatüre wol spreche«», ob sie künden 
sprechen: „Unser vil manigfaltci» wunder enhabcn wir 
von uns selber nit; wir haben sie von dem, dez dine 
sele gernde ist." „So süche ich den gehüren an allen 
crcatüren, an aller seiten klaiige." So mohte aller vo- 
A.^Lrlin sänge und harpfen klänge wol sprechen, ob sie 
künden sprechen: „Unser nianigfaltc wünnecliche stimme 
und unser süßen stimme, die haben wir von uns selber 
niht, wir haben sie von dem, dez dine sele begernde ist." 
» „Ich süche den gehüren an allen crcatüren, an aller 
blümen varwe und aller würtze krefte." So mohten vil 
wol sprechen blümen und würtze, ob sie künden sprechen: 
„Unser manigcr ley lichte var»vc, die haben wir von »ins 
selber niht; wir haben sic von dem, dez diu sele begernde 
ist, und unser wünnecliche süße kraft" 4). Und also hat 
der almehtige got alle ding dem menschen zu dinste und 
zu nütze geschaffen, zu dem libe und zü der sele. Wanne 
swenne du eine blümen sihst, die schonre ist daniie die 
ander; so soltu dir gedenken: „o wol dir, lieber got, »vie 
schöne und geneme du eine blüme wider die andern hast 
3) Hds. „lernt". 
4) Hds. Diese Strophe hinkt etwas nach; man wünschte sie 
unmittelbar nach der erffen zu sezen „unser — varwe, und 
unser — kraft" u- s- f.
	        

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