Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

— iss — 
dem pater »oster. Wanne da bi so hat uns got erzeu 
get, daz wir alle gesw^istride sin; und f&lit daz lün in 
got, und füllt alle einander liep haben, alse die gesivi- 
stride, und süln vaz dün in got. Und süln banne einan 
der liep haben durch got. Daz ist also gesprochen: ob 
dir din nehstcr iht zu leide hat getan an bittern libe, mit 
Worten mit schelteit oder mit fluchen oder mit spoten, 
oder an dincn fremden; daz svlru im vergeben durch got, 
und solt eht sin frünt sin. Wanne er vergap den, die 
in an daz crücc hingen; do von wil er dez nit enbcrn, 
ern wolle, da; ein iegliche mensche dem andern vergebe 
alles, daz ez im je zu leide hat getan; an' ein leit, ob 
ez dir an dime gute iht leides hat getan; daz soltu im 
nit gar vergeben. Du solt im daz vergeben, ob ez dich 
betrübt oder besweret hat; daz solt im vergeben durch 
got, daz du im iht weder haz noch nit tragen solt. Du solt 
vil gerne nemen, daz er dir gelte und wider gebe; wanne 
dez ist er dir schuldig, ob ers gehaben mag. Und mag 
crs n) sin nit gehaben, so soltu imz 12) durch got 
vergeben. Mag aber ers geleisten her nach über zehen 
iar oder über minre oder über mer, und git dir ez wi 
der, du solt ez nemen; wanne er ist dir sin schuldig, 
daz er dirs geben sol. Und wil aber ser^ dirs gerne ge 
ben, und lcit dirs für, und let ez an dine gnade, daz 
düz gar nemest oder halbes: waz du im banne ane ge- 
m) bester: „er" 
*2) seltene Schreibung statt: ims, vergl. nachher: „duz",
	        

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