Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

ssisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 G 
ammt «MS 
lich und unverholen oft dem Inneren sein Recht 
gerettet wird gegen das blos Aeußerliche, und 
wie kräftig die Mißbrauche auch der Geistlichkeit, 
und vornehmlich das Ablaßpredigen gerügt wird. 
Jeder unbefangene Leser wird den entschiedenen 
Eindruck bekommen, daß es dem Prediger ernst 
lich um das Seelenheil der Gemeinde zu thun 
ist, und wie er zärtliche Liebesbitte und scharfes 
Drohwort in gleicher Absicht gebraucht — Bert- 
hold selbst ist FranziskanermZnch, wie er das andeu 
tet in der zten Predigt, wo er von dem h. Fran- 
ciscus sagt: Er war ein Bruder unseres Ordens.?^. 
Als Ort seinerWirksamkeit tritt aus mehreren Stel 
len uns Augsburg entgegen, (z. B. in der^6teä, 
? '^Sten^Men Pr. u. s. f.) — Auch sein Zeitalter ist 
leicht zu erkennen aus den Kennzeichen, die er an 
gibt. Es ist noch die Rede vom Nehmen des 
Kreuzes (i/fte Pr. gegen das Ende), also die Kreuz, 
züge sind noch nicht geschloßen; die Ablaßprediger 
werden als neuerlich Aufgestandene dargestellt, (i4te 
Pr.) das Märtyrerthum als geschloßen dritthalb- 
hundert Jahre nach Christi Geburt und von da an 
nun über tausend Jahre (i2te Pr.). Es werden 
Kriege angeführt, als kürzlich vergangen, worin 
Rudolph von Haböburg rc. vorkommt; (i6te Pr.) 
^ j <2, , Die h. Eliftbeth als in diesen Zeiten heilig ge- 
— -
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.