Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
sie frisiern glauben als wol, da; oz ir halt gar ringe waz. 
Und da sie sich als fesicclich an de» reinen tristen glau 
ben liez, do kam ir got zu helfe in allen irn nvten. Und 
alle, die den kristcn glauben lütcrliche an irm crüce oben 
haben, die habent da;' ein vrt. Dannoch müzzen sie dru 
haben. — Daz ander vrt dez heiligen crüccs, daz ist der 
arm zu der rchtenhant, do unsern, Herren sin rchter 
arm wart an genagelt; und daz selbe ort bezeichent ein 
gcrehte tügent; und wer sie halt dannoch »it gerchter 
und tügenthafter, so wer sic auch der vier lügende eine 
nit, dar inne auch alle tilgende beflozeu sint. Und sie 
heizet die wäre minne. Du solt got minncn von allem 
dinem hertzen und von aller diner selc und von aller di- 
ncr mäht. Wanne ez dnnt manige lüte dem gliel-e, daz 
sie got minnen, und minnent in doch also nit, als er 
geboten hat. Ez ist lützel ieman, er minne got mit ette- 
wem, mit einem pater noster und mit einem almüsen, 
oder mit einem kirchgange, oder mit einer venie, oder 
mit einem nygen dem altare oder gein sinem bilde. So 
minnet in daz mit einer guten rede, daz ez wol von go- 
tcs niartcl gcreden kan, oder von sinen ern, oder von 
siner barmhcrtzikeit, oder von siner minne, wie er uns 
gewinnet habe; als die pfennigprediger, die do so wol 
von gote redent vor de» lütcn, do niit sie in alle ir 
selbe angewinnen. Wanne sie wolle» fürbaz nit büßen, 
und tröstent sich sines antlazes. Daz er so rehte wol 
von gote reden kan, so wenent sie, er si heilig. So ist 
er dez düfelS, als er do stet, und betrüget die kristenheit.
	        

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