Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 124 
stoln werde von ketzerischer lere noch von keinen, andern 
glauben. — Der ander frcrnc bezeuget dir die ander dv- 
gcnt; der heißet der man; und nach dem selben sterren 
sol heißen der tag, der ander in der Wochen, mantag. 
Als ir den manen seht, so sült ir an die andern tugcnt 
gedenken; und als ir an den mandag kchnpt, so stillet 
ir got biten umb die selben tugent, die do Heist demüti- 
kcit. Wann der man ist der aller nidersie sicrn, der an 
dem himel ist; und als vil er niderre ist dann ander 
steril, als vil sol sich der mensche demütigen. Da; sult 
ir an dem sterren merken und lernen. Du svlt dich selbe 
nit zu hohe setzen an die stat, da man die werden setzet, 
als unser herrc in dem cwangelio sprichetr Ewer sich 
selbe zu hohe fetzet, und kümpt der Wirt, der wil vil 
lihte ein andern dar setzen; so muz er lesterlrchen die stat 
rümcn, und muz vil lihte dort Hinder der tür fitzen. Und 
dar umb sült ir uch demütigen; sc» Heist uch der wirt 
erberlichen an die stat sitze», da; verre wegcr und bester 
ist, daz uch der almehtige got höhe, dann daz ir uch 
selbe höhet. Wann swer sich selbe erhöhet, den nidcrt 
got; und wer sich selber nidcrt, den höhet got. Und 
wcre-unser frauwe sant maria nit demütig gewesen, der 
heilige geist wer nie zu ir kümen, wie vil sie ander tu- 
gende hctte gehabt. Nu macht irs uötlich, ir frauwen, 
da; uch nicman erliden maq: so mit gewande, so mit 
Vorgänge zu dem opfer, mit ebentüre, mit düchelchen, 
mit gclweni gebende, mit sleygern, und mit wehen ncten; 
so newet !r hie den schilt, hie den strik, hie sdenI
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.