Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
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Mal- 5s 
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er ist fii(, als daz süle holtz; so man daz zu lihte treit, 
so stinkt ez und ist cht fnl. Du unseliger ketzer! mahtu 
den glauben do her zu mir an daz lihte tragen? Du 
soll auch cinvclteclich glauben, waz du zu rchte von got 
glauben folt, und daz dir din triften glaube seit. Du 
solt nit zu faste in die sänne sehen. Wanne swer faste 
in die filmten sieht in den drehenden glast, der wirt cint- 
weder von äugen so böse, da; er ez niemer mer gesiht. 
An glicher wife als stet ez umb den glauben, wer zu 
faste in den heiligen cristen glauben sieht, als» daz in 
vil gewundert, und zu diese darinne rumpelt mit geden 
ken, wie daz gesin müge, daz der vater und der sän und 
der heilige gcist ein got ungeschciden sint, und wie da; 
gesin müge, daz sich gewar got und war mensche ver 
wandelt in ein brot, und daz ein magt ein kint gebar, 
und wie daz gesin möge, daz ein Priester, der selbe in 
funden ist, ein sündig mensche von sincn fünden mag en- 
bindcn. Der almchtige got, der alle ding wol mag ge- 
tün, als der güte sant peter do sprach, der mag auch 
Vaz wol gctün. Dar umb svltn nit krähten; wanne ez 
ist den hohen meistern gnüg. Wirt cht ein gut mensche; 
als die fcle uz dem libc gct, so gesihst du ez alles wol. 
Wiltu aber zu vil darnach grübeln, so mäht du eintive- 
dcr so kräng an dem glauben werde», daz du niemer 
mer überwindest, oder du wirdcst gar zu male zu eim 
ketzer. Und dar umb soltu festcclichcn gleuben ane wan 
ken und ane wundern einfeltecliche daz dir din fristen 
glaube seit, und solt dich daun hüten, daz er dir iht ver-
	        

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