Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

trogen. Mäht du aber sin nit kern zu gute, dannoch 
bekümber dich uit da mit. Es ist vil unrihtünge in der 
kristenhcit, daz du nit alles verrihten mäht; lide eins 
mit dem andern; daz du nit trüwest zu bezzern, ea übe 
din gedült an. Swanne aber von dinem swigen iht un- 
gevelliges mohte gcwahsen, da; von dincr rede gcbczzerr 
mohte werden, da sprich zu scufteclichcn und ernstlichen 
ane sirit, daz du dich da niit entschultigest, daz du sin 
iht teilheftig sist, dez man dich ane spreche. Bist du siir 
iht schuldig, so cnphahes gütlichen, wanne cz billig ist; 
bist du sin aber unschüldig, so enphahe es 3) frolichen. 
Wanne so bist du unserm Herren ihesu cristo bester 
glicher, der vil ittewißcs und Ungemaches erliteu hat, 
an' alle sine schulde. Ej ist ein groze crc dein knehte, 
ob in sin hcrre iin selber glichet. Da von sitze din 
gcmdte in die senfte, waz dir wider var, daz dir von 
unserm Herren vor geordcnt si dir zu güte. Dar umb so 
lide ez lieplichen dem zu liebe, der dirs geordcnt hat, 
daz du im da mit dankest, daz er durch dich und dir zu 
heile erliten hat mit grozcr liebe. Machet er dich siech, 
und man büdet dirö darzu unwirdcclich, und erbarmpt 
sich lützel ieman über dich, als dir not wcrc, so gedenke 
an ihesum cristum, der in si'nen grozen übten den 
grosten unfridc leit von spotc und von ittewiße und von 
aller versmehcde, und dar zu als wenig barmhcrtzikcit 
s) samt hier durch Jnclination den Ton verlieren, daher 
s für z.
	        

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