Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
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der geben, da; wer im ein ere; ez were auch dir ein 
ere, lugener, weitest du ez erkennen. Dir ist auch bez- 
zer, du schämest dich hie vor ein wenig löten, und daz 
dir di» schäme nütze und göt ft, banne du dich an dem 
iöngesten tage vor aller der werkte schämen müstest, und 
daz dir daz zu nihte gute ist. Wanne swer sin ruwen 
und sine büße nutze an den selben tag spart, und 25) 
daz ist im zu nihte güt. — Die Vierde lügen ist, der 
eilst sin güt mit lügen nimpt. Der ist auch ein michel 
teil; daz 26) ist ettelicher Verräter und ldgcncr, und der 
get zu sinem Herren oder zu einem fremeden Herren und 
spricht: „seht, tut git der wol zehen phünt, ir sult in 
vaben;" so er lihte nit viere hat. So sink ctteliche tru- 
gener und lügener, als die antwerklüte. Der schuchsu- 
ter spricht: „seht, da; sink gar zwo güte süln." So 
hast du sie vor dem fuwcr verbrennet, so hast du im sin 
gut abe erlogen und ertrogen. Daz selbe sprich ich zu 
dem kramer, der unrehte wage hat, und giht, daz sie 
gereht fi. Und der brotbecke der swemet den teig mit 
Hesel. So du weitest, du habst brot, so hast du den lust 
für brot kauft. Und der^pfragener güßet ettewanne hier 
oder wazzer in daz oley. Und der fleisch stahter hat veil 
ettewanne kelberin fletsch, und giht, ez si drier Wochen 
alt, oder git mütcrin fleisch für bergins. Ez mag ette- 
wanne ein kranker mensche ezzen, daz ez den tot davon 
25) „un&" überflüssig, aber Darum nicht anzufechten. 
26) s. v. a. ein solcher ist, zu diesen gehört — 
,v5 
hilf
	        

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