Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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leider armut unstete ist, und unstetikeit lcrt der lute ein 
michel teil, da; sie ungetruwe werden an irre glübede, 
da; sie ir warheit zerbrechen, da; sie sust vil ungerne 
teten. Da von sprechen ich, daz ir von den armen luten 
gewisheit nement, und in dar uff lihet. Wanne swaz er 
den Lüden die wile zu gesüche müstc geben, und wa; er 
sin genüßet, da; leit dir der almehtige got uf die wage, 
alö ob du imö uz der haut geben hetest. Du solt aber 
de; wol gehuten, als liep dir got si und da; hymelrich, 
da; du iemcr Pfennig oder helbeling oder sin wert oder 
ey oder sin wert iemer gencinest. Wanne daz were wi 
der got, und wercst ewiclichen dar umb verlorn, wann 
du gebest im banne als vil hin wider. „Bruder bertholt, 
ich werte mich sin vil gnug, und waz mir gar leit. Da 
leit e; mirs an da; Kenne nyder, und ez gie hin. Sol 
ich dar umb verlorn sin?" Ja du must also lange da 
zur helle sin, als lange got in deut himelrich ist. Du 
solt es ro) im rehte gelten und wider geben oder i6) 
als ez wert ist oder türer. Er drehte dir, swaz er mohte, 
ein armer man oder ein armer mensche, da; du bester 
lenzer swigest. Ez vorhtet alle tage, wanne du dir dine 
Pfennige heißest wider geben. Und so in dez dünket, so 
bringt er dir ettcwaz; dez soltu über ein nit nemen, ez si 
win oder brot, Hüne oder epger, weder diz noch genö. 
15) vergl. ist Pr- Anm. 16) l. „soltes." 
16) Fließender wäre statt „oder" das gleich nachher in demsel 
den Zusammenhang vorkommende „reht".
	        

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