Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
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da; die werkt hat, und alles de; biers und mctes und 
wins, du enhabcsi mensche» blut getrunken; und da; dich 
alle die böcke und alle die geizze und alle die ohsen, die 
die wcrlt hat, nit erfüllen niohten, du enhabcst menschen 
fleisch sreflen. Vil wunderlichen balde in starke büße, 
niordcr gvtcs und der werkte und diner armen scle! Sin 
blüt, de» du ermordet hast, daz rufet zu allen ziten über 
dinen lip und über dine sele mit lüter stimme vor dem 
alinchtigcn gote. Do von bist du in der rufenden fünde 
cinre, die selbe vicrde do vor gote niemer gefangen. Alle 
die werkt hüte sich vor der fluiden. So dir ietze alse 
zorn fl, daz dir daz hertze her uz wolle yulzen vor uu- 
gestümkeit, daz du in als gerne erslügest, so du lebtest; 
so enthabe dinen zorn. Du emveist nit, wie du da von 
komm mäht geht gölte. Ich geswige dez gerihtes^und 
fl'ner fründe; so weist du niht, wie zornlichen got an dich 
rechen wil. Wanne er in vil tüwer hat erarnet mit 
filtern heiligen blute. — Daz ander gebreche ist: du solt 
gern nieman keinen tbtlichen haz tragen und nit. Wanne 
swenne du tbtlichen haz und nyt trest einem menschen, 
den lotest du alles in einem hcrtzen, als schribet sank 
iohanneö: swcr sinen brüder daz ist fl'ncn obencristen 
hazzet tätlichen, der ist ein manslahter. Dar umb sült ir 
haz und nyt hüte uz uwerin hertzen kazcn gein allen den, 
die uch dehcin leit ie getaten mit Worten und mit wer 
ken, an uwcriu libe oder an uwerm gute oder an uwern 
frunden. Swie uch hertzeleit fl geschehen, see daz sult 
ir gllesampt Hute vergeben lüterlich, daz uch der alnieh-
	        
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