Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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da; er bin genoze ist, da; wir cristenlüte alle einander 
gebender sin in gote; als wir alle dage do sprechen in 
dem Pater »oster. — Der fünfte helbeling ist da; fünfte 
gebot: du soll nieman dvden. Der hat auch zwei ge 
breche. Daz erste gebreche: du solt nieman toten mit 
din selbes haut; du solt auch nieman heißen toten; wanne 
den hetest auch ertötet, und dem du wol gehelfen »loh 
test, und de; »it entüst. Wanne die schrift spricht also: 
gip den hungrigen z'eßen. Und gist du im niht, rlnd 
stiebet er also, so bist du schuldig an im. Phi gitiger! 
an wie manigen bist» schuldig! Wanne du lezzest erfü- 
len daz edel körn, ee du ez umb rehtcn kaust gebest, ich 
wil geswigen unib sus. Du wirdest an drissigen schul 
dig oder liier, die du alle von Hunger leßest sterben. Du 
stest eht allenthalben an dem blate. Daz ist auch diner 
verdampnisse eine, daz du an allen enden an den^blate 
stest. — Du solt auch niemannes totes Hegern, noch niit 
rate, noch mit günste, noch mit helfe, noch daz du nie 
man drüf haltest, daz er einen menschen ertötet, noch 
druf ratest. Du wilt einen niht tote», du ganst im aber 
von hertzen wol, daz in ein ander ertötet. Also hast du 
daz fünfte gebot zebrochen, und ist der aller wirdesten 
funden eine, die die werkt ie gewan, sie selb Vierde. Daz 
ist die, die do heißet uianslaht. Wo sitzest du vor minen 
äugen, cryus genoze, der sine» brüder do ermorte? Sin 
blüt hat hin zu mir gerufet, sprach der almehtige got. 
Nü dünkt mich, ich habe manigen blütdrinker vor minen 
äugen. Wie! wie! waz uch zürrünneu alles dez wazzers.
	        
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