Full text: Iwein

V 
man sieht ivie dem aus leger seine wissenschaftliche 
aufgahe zur herzenspflicht geworden ist. die theilneh- 
mende menschliche auffassung der alten Schriftsteller, 
ein anschauen der hildung und des gesamten lebetis 
ihrer zeit, das vergegenwärtigen der Vergangenheit, 
der Umgang mit dem alterthum, für den deutschen ge 
lehrten , weil ihm egoismus widernatürlich ist, eben 
sowohl bedürfnifs als die hingebung an die gegenwart 
und bescheidenes einwürken auf die Zeitgenossen, lei 
tet zum ernst und zur milde, zum trost und zum auf- 
schwung, zur besonnenheit und zur gewandtheit, vor 
allem aber zu sorgfältiger treue, zum eifer für die 
Wahrheit und wider den schein, dahin richtet sich 
unser wohl bewustes streben, und wenigstens gefühlt 
haben als das seinige mufs dies wer sich zu uns rech 
nen will, wie viel jeder einzelne würklich leisten kann, 
darüber haben wir nicht zu richten: aber nur Wahr 
haftigkeit und sich selbst vergessende strenge Sorgfalt 
kann uns fördern. 
Was unsre arbeit an dem vorliegenden gedickte 
betrifft, so hoffen wir dem bedürfnifs und dem urtheil 
unserer Zeitgenossen ziemlich zu genügen. die nach 
weit , die unser mühselig gewonnenes schon fertig über 
liefert empfängt, wird, weil sie unsere dürftigkeit 
nicht begreift, unsern fleifs und unsere geistige anstren- 
gung nicht genug ehren: dafür haben wir die herz 
liche lust des ersten erwerbes voraus gehabt. 
Die worte des dichters habe ich so genau und ur 
sprünglich zu geben gesucht als es mir möglich schien; 
so dafs ein etioas vorbereiteter leser nur lesen darf
	        

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