Full text: Iwein

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flickt entscheiden lassen oh cs ein Bares oder ein roman 
tisierter Homerus war *). die fahe! der Tliishe mag wohl 
nach einer hearheitung von Bteiggcr von Steinach gemeint 
sein, denn die sinnreiche Vermutung Docens (Miscellaneen 
2, 295, Altd. museum 1, 139) über den umbehanc dieses 
dichtcrs mufs wohl wahr sein, weil sie allein so viel an- 
spielungen erklärt: **) und wenn Bleigger gleich an seinem 
nach Rudolf von Ems (Hägens Minnes. 4,867 a ) unendli- 
chen ge dichte noch nach dem lode Gottfrieds von Strafsburg 
gearbeitet haben wird und mit recht zeitgenofs Wirnts von 
Gravenberg heifsen kann, so ist es doch glaublich dafs eine 
der ersten äventiure des innbelianges bereits vor dem Erec, 
spätestens also 1195, erschienen sein mag, da der dichter 
nach einer jetzt unvollständigen Strophe ***) MS. 1, 177^ 
35/4-, 
TüU,. 
KoUyo?,,2/\t<j&T>. 
Frommann klagt darüber mit recht in seinen durch sinn Sorg 
falt und kürze sich angenehm auszeichnenden anmerkungen zu 
Herbort von Fritzlar s. 238. 
*) darum wäre die Vermutung viel zu gewagt, dafs Hartmann 
das lager der Juno etwa aus der Übersetzung des vierzehnten 
buches der Ilias gekannt haben möchte, obgleich der 793 e und 
794 e vers der ansgaben des Homerus ohne zweifei unecht sind, 
und man daher in derselben gegend wohl lücken in unseren 
schulexemplaren vermuten dürfte, nach v. 781, wo von N 518 
zu a 388 gesprungen wird, und nach 796, das heifst nach 0 2, 
wo 0 263 folgt, ivenigstens wäre es gut wenn endlich alte hand- 
schriften, die ich hie und da angegeben finde, ans licht gebracht 
ivürden: ohne sie gewährt die vortreffliche arbeit Joh. Schrä 
ders und seiner Schüler noch lange kein sicheres bild des gan 
zen. aber den meisten scheint ein nicht sehr vorzüglicher aus- 
zug der Ilias nichts merkwürdiges zu haben, zumahl da sie ihren 
Pindarus Thebanus dem mittelalter ztischreiben; als ob er nicht 
dann grade am merkwürdigsten sein würde, ich habe in dem Be 
richt über die Verhandlungen der Berliner akademie, januar 
1841, zu zeigen versucht dafs die lateinische Ilias spätestens un 
ter Tiberius verfaßt worden sei. kenner überzeugt die bemer- 
kung dafs der dichter weder in ergo oder qnando noch in einem 
nonien oder verbum das auslaatende o kürzt. 
**) wie weit Bleigger von Steinach tmd nachher 4 Albrccht von 
Ualberstadt französische Vorgänger hatten oder ihnen folgten, 
bleibt zu untersuchen, bekanntlich hat man eine äufserung Chre- 
tiens von Troges so erklärt dafs er die fabel der Prokne gedich 
tet habe. 
***) es ist leicht möglich dafs sie in der handschrift von .'&■ 
Weingarten ganz erhalten ist. denn die so genannte Vergleichung 
dieser handschrift in den theuren Minnesingern des herrn von 
der Hagen nennt Haupt (zu Hartmanns kleinen gedickten s. V) 
mit unrecht nur unvollständig: die Wahrheit ist dafs sie bei 
den meisten dichtem nur die erste zeile 'jeder Strophe trifft,
	        

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