Full text: Kutrun

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 211 
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Wenn uns in der Nibelungenxoth ein mächti 
ges Trauerspiel vorgeführt wird, in dem, gleichwie 
in der Atriden- und Labdacidensage, das Schick 
sal die Blutschuld rächend mit ehernem Fufse ge 
waltig lind unaufhaltbar vorwärts schreitet, und 
erst dann Ruhe findet, wenn es das ganze grofse 
und reiche Geschlecht des Schuldigen dem Unter 
gänge geweiht hat, so gewährt hingegen die Dich 
tung von der Entführung und Befreiung der Ciiaut- 
rux den wohlthuenderen Anblich eines Schauspiels, 
von dem der Zuschauer mit beruhigtem Herzen 
scheidet. Die Macht des weiblichen Gemüths ist 
es, was den Geist der Blutrache überwindet und 
alles Widerstrebende zur Versöhnung hinleitet. 
Ich habe es versucht, diese schöne Sage, von 
deren f rühem Entstehen ihre Erwähnung im Alex 
anderliede (Bl. 16*) zeugt, in der Gestalt wie-
	        

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