Full text: Der Winsbeke und die Winsbekin

VORREDE xm 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 265 
beken nachahrnt, nicht ohne ihn durch die dialogische 
form übertreffen zu wollen. das gedieht ist viel schwa 
cher, redseliger, ärmer an gedanken; zum beispiel das 
frohsein in züchten kommt nicht weniger als fünf mal 
vor (5, 1. 13, 1. 14, 5. 37, 4. 45, 6). und derselbe dich 
ter würde das gleichnis von dem vogel der zu früh aus 
dem neste fliegt schiverlich fast mit denselben Worten 
wiederholen (s. zu 9, 5). auch Wickernagel (.Altd. blüt 
ter 2, 129) scheint die lehre der mutter nicht dem Wins- 
beken zuzuschreiben. die beiden Strophen welche die Ber 
liner handschrift dem gedichte voranstellt sind ohne zwei 
fei späterer zusatz; sie verstecke?i die Übereinstimmung 
des echten anfanges mit dem anfange des Winsbeken, 
ivie die vierundzwanzig dem Winsbeken untergeschobenen 
Strophen die gleichförmigkeit des schlufses beider gedichte 
auf heben. die {von herim von der Hagen Minnes. 4,559 
a?im. 4 zounderbar gedeuteten) lehenkäppelm der ersten 
jener beiden Strophen sind aus dem gedichte selbst (str. 
17. 18) geholt, u?id auch dies gleichnis steht schon bei 
dem Winsbeken (str. 26). 
Uber die zeit in welcher der Winsbeke dichtete weifs 
ich nichts anderes mit Sicherheit anzugeben als was sem 
gedieht selbst (str. 18) durch die anspielung auf Wolframs 
Parzival lehrt; Übereinstimmung mit Freidank in Sprü 
chen und Sprichwörtern kann nichts entscheiden. 
Meine anrnerkungen geben die lesarten der hand- 
schriften in aller der Vollständigkeit die der geringe um 
fang beider gedichte verstattete, zu den eingeschalteten 
nachweisungen sprichwörtlicher ausdrücke ivird sich man 
ches nachsammeln lafsen; ich wünsche aber statt solcher
	        

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