Full text: Gudrun

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 212 
m x. um, 
fich als Grundform entweder Hörandi (der Hörende) oder Herirandi (der hehr 
machende, verherrlichende Sänger). Aber beiden Deutungen widerfpricht 
fchon der Wurzelvocal, der zwifchen E und 0 fchwankt, weswegen unter 
E nur offenes (e), unter O nur kurzes verbanden werden darf. 1 Für 
offenes E kann man auch noch die von Mone beigebrachte Nebenform 
Hirrant anführen, da I nur mit jenem E wechfelt; fodann die aufser- 
deutfchen Formen des Namens, das ags. Heorrenda, das altn. Hiarranda, 
denn Eo und Ia werden im Hd. durch e (i) erfetzt, nicht durch e und 
noch weniger durch e. 1 2 
Wenn nun -and nicht als Participsylbe zu nehmen ift, fo mufs der 
Name zufammengefetzt fein. Es bietet fich hier zunächft die Form 
Herirant dar, die Mone aus bairifchcn Urkunden beibringt und Graff 
(Sprachfchatz 4,1016) zur Erklärung beiziehen möchte. Sie fcheint mir 
jedoch nur Schreibart für eine härtere Ausfprache des 11R in Herrand, 
welches nach Mone bei weitem die häufigfte Form des Namens in den 
verglichenen Urkunden vom 9 —13. Jahrhundert ift. Denn »Rand«, das 
hier wohl Schildrand, Schild bedeutet, kommt in Mannsnamen blofs als 
ßeftimmungswort vor, z. B. Rant-ger, Rant-wln, Rant-hild (Graff % 531), 
nicht aber als Grundwort, weil es wohl angeht einen Mann als Speer 
(ger) zu bezeichnen , nicht aber als Schild (rant). Häufig hingegen findet 
fich Nand (goth. nanths d. i. audax, fortis) als Grundwort von Mannsnamen, 3 
und es ift, unter Vergleichung der Form bei Wolfram, das Wahrfchein- 
lichftc dafs RR aus RN affimilirt fei, wozu, wie überhaupt zur Affimi- 
Iation, wenigftens das Altnordifche viel Neigung hat, 4 und wozu das 
Nhd. im Gefchlechtsnamcn Ferrand (aus dem ebenfalls vorkommenden 
Fernand) ein fprechendes Nebenftück bietet. Was ferner das erfte 
Wort anlangt, fo läge zunächst Heer (goth. harjis, ahd. hari, heri), 
zumal da diefcs in Mannsnamen häufig verwendet wird; 5 aber E ift hier 
aus A entftandcn, mithin gefchloffcn (e). Dagegen bietet fich ein 
anderes Wort: welches goth. hairus, alts. hcru, ags. heor, altn. hiörr 
lautet und im Ahd. heru gelautet haben müfste. In manchen Namen 
1 Grimm in Haupts Zeitfchrift 2, 4 Nr. 6. Vgl. Gramm. I. (dritte Ausg-j S. 141. 153. 
^ Grimm Gramm, ebd. 318. 450- 
3 Grimm Gramm. 2, 512. Graff 2, 1093. 
4 Grimm. Gramm. 2, 512. Graff Sprachfeh. 4,985. 
ä Grimm Gramm. I (zweite AusgJ S. 307.
	        

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