Full text: Gudrun

^ 123 
1187. Si wuofchen defte feiner des tages da? gewant. 
fi redeten von den helden, die in dar gefant 
hsete u? Hegelingen Hilde diu riche. 
der Güdrünen mäge erbiten die magede angeftliche. 
1188. Der tac hete ende, ze hüfe folten gan 
diu magedin eilende, dö wart in getan 
zornliche? fträfen von der übelen Gerlinde. 
da? lie? fi vil feiten, fin zürnte mit dem edelen ingefinde. 
1189. Si fprach zuo den vrouwen: »wer git iu den rät, 
da? ir feine wafchet die fabene und ander wät? 
mine wi?e pfelle die bleichet ir ze feine. 
diu e? niht behüeten welle, ich wil, da? e? etelichiu beweine.« 
1190. Do fprach vrou Hildeburc: »wir tuon fwa? wir gemügen. 
ouch fult ir iwer zühte, vrowe, an uns gehügen. 
uns arme? ingefinde vriufet ofte fere. 
wöeren warme winde, wir wüefchen ofte iu defte mere.« 
1191. Dö fprach aber Gerlint in übellichen zuo: 
»ja fult ir iuch niht fümen, fwie da? weter tuo, 
irn wafchet mine fabene vruo unde fpäte. 
als e? betaget morgen, fö fult ir gen von miner kemenäte. 
1192. Uns nähent höchzite, da? habet ir wol vernomen. 
der palmctag ift nähen, uns Allen gefte körnen, 
und gebet ir minen helden niht wi? ir kleider, 
fo gefchach nie wefchen mere in küneges felde noch zer weite leider.« 
1193. Von ir fi dö giengen. fi legten von in na? 
die wät, die fi truogen. man folte ir pflegen ba?. 
jä was in gar der triuwen leider dä zerunnen. 
da? mohte fi geriuwen. ir fpife was von rocken und von brunnen. 
1194. Da? arme ingefinde wolte fläfen gän. 
ir bette was niht linde, beide truogens an 
niwan zwei falwiu hemede. fus künde fi bedenken 
Gerlint diu vil übele lie? fi ligen äne küffe uf herten benkeii. 
1195. Güdrün diu arme vil unfanfte lac. 
fi erbiten beide käme, wanne e? würde tac, 
und fliefen defte minner, fi wsen dar an gedaehten, 
wanne in diu vogellin guote ritter dare braehten. 
1196. Dö e? erfte tagete, an ein venfter gie 
diu durch die naht unfanfte was gelegen ie, 
Hildeburc diu edele von Galizcn lande. 
dö was ein fne gevallen. da? was den armen Ieil und vil ande.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.