Full text: Gudrun

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1002. Do fprach diu küniginne: »fwa^ ir ieman tuot, 
fi envolget niemen. fi ift fö harte gemuot, 
man enwende fis mit übele, fi kumt dir ze einem wibe 
ze rehler ma^e nimmer. da£ tuon oucb, e fis äne belibe.« 
1003. Do fprach von Ormanie der ܣ erwelte degen: 
»vrowe, nü lät fcbinen und ruochet ir alfö pflegen. 
fö ir mir triwe leiftet, ir ziehet fi in der mä^e, 
da£ mich diu küniginne der vriuntfchaft niht gär enlä^e.« 
1004. + Diu übele tiuvelinne zornecliche gie 
da fi da£ ingefinde von Hegelinge lie. 
fi fprach: »ir juncvrouwen, ir fult würken gän. 
da£ ich iu gebiute, da^ fol deheiniu verlän.« 
1005. Do wurden da gefcheiden diu fchoenen magedin, 
da^ fi einander lange muoften vremede fin. 
die mit grölen eren herzoginne waeren, 
die muoften garn winden, fi fa^en fit in ungevü^gen fwaeren. 
1006. Sumliche muoften fpinnen und bürften ir den har. 
die von hohen dingen wären komen dar 
und die wol legen künden golt in die fiden, 
mit edelem gefteine, die muoften arbeite liden. 
1007. Diu diu hefte drunder ze hove folte fin, 
der gebot man befunder, da^ fi diu magedin 
in Ortrün kemenäte da^ wa^er tragen hie^e. 
diu was geheimen Heregart, ja mohte fi ir adeles niht genießen. 
1008. Si was eins vürften tohter, der het bürge unde lant. 
fi muofte den oven heilen mit ir wi^en hant, 
fö Gerlinde vrouwen in die ftuben giengen: 
da£ fi in alfö diente, da£ fi irsj zem beften niht verviengen. 
1009. Ouch was ir einiu drunder von Galizen lant, 
die hete ir ungelücke von Portegäle gefant. 
fi was von Irlande komen mit Hagenen kinde 
hin ze Hegelinge. fit wart fi ze Ormanie ingefinde. 
1010. M muget ir hoeren wunder umb dife grö^e not. 
diu fwachefte drunder fwa^ ir diu gebot, 
da£ muofe fi leiften, fwa^ fi diu würken hie^e. 
fi mohte ir edelen mäge da ze Ormanie niht genießen. 
1011. Werc diu vil fmaehen, da^ ift al war, 
der pflägen die vrouwen vierdehalbe^ jär, 
unze da^ her Hartmuot ܣ drin herreifen 
was komen heim ze lande, dannoch dienten da die armen weifen.
	        

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