Full text: Brief von Louis Spohr an Adolf Friedrich Hesse

einen Absagebrief vorfanden, der nur als
Grund das Unwohlseyn des alten H. Klein-
wächter meldete. In Wien verlebten wir
11 höchst vergnügte Tage, sahen viel Inter-
essantes, hörten aber in musik. Hinsicht
nichts bedeutendes, wenn ich nicht etwa
die Lanner‘schen und Strauß‘schen Paraden
[???] so nennen will. In München
ging es uns in dieser Hinsicht noch
unglücklicher, da wir weder eine Oper
noch selbst die Kapelle, die jetzt unter
Lachner‘s Leitung die beste in Deutsch-
land seyn soll, gehört haben. Auf den
Wunsch des Intendanten sollte ich näm-
lich Jessonda dirigiren und bereits war
dies dem König gemeldet worden, als die
Amazili krank wurde und die Oper
verschoben werden musste. Nun bat ich
Lachner mir seine Preissinfonie zu hö-
ren zu geben; er war auch bereitwillig
ließ das Orchester zusammen rufen, wie
aber alles versammelt war, kam plözlich
vom König Befehl, am Abend zu Ehren
unseres Prinzen, der damals in München war,

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