Full text: Unterm Hugenottenkreuz

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Eine Kürzung der Widergabe ist schon deshalb unterblieben, 
weil Schöneberg mit allem Recht als der Stammsitz der nach 
Hessen/Kassel übergesiedelten Pierson-Hamensträger, mit 
Isaak Pierson als deren Stammvater anzusehen ist, 
von dem die Äste und Zweige zum Baunatal, nach Oberzwehren, 
Rengershausen, Kassel,, sowie nach Thüringen und nach Berlin 
sich ausbreiteten« 
Das Ackerland bei Schöneberg war nur teilweise alter 
Kulturboden; Waldland mußte erst gerodet werden, auch litt 
die Feldflur anfangs stark unter Wildschaden* 
Der erste Lektor und maitre d'ecole (Lehrer) hieß: 
,f Antoine Martin”; er versah das Amt über 30 Jahre. Das ^ehalt 
dieses Lehrers war so gering, daß er 1722 das Schankrecht in 
Schöneberg pachtete» 
Der letzte franz. Lehrer war David Hugues, in dessen 
Wohnung sich auch der Schulsaal befand. Nachkommen dieser 
Familie Htigues sind z.Zt. noch in Schöneberg ansässig. 
Ton den Ansiedlern selbst wurden die Zimmerarbeiten 
beim Häuserbau ausgeführt, - eine errichtete Ziegelei liefer 
te Backsteine. 
Die Kirche wurde 1705 erbaut, bereits 1706 geweiht; sie 
wurde zuerst auch von den in Sielen und Hümme ansässigen 
Franzosen mitbenutzt. Über dem Eingänge des einfachen Kirch- . 
leins steht auf einem Balken eine französische Inschrift, die 
folgendes sagt: 
•'Hier ist der Tempel G-ottes, kommt, ihr Christen 
an diesen heiligen Ort mit Liebe, Ehrerbietung und 
Furcht, ihn anzubeten in seinem geheiligten Haus”. 
Bis 1822 wurde in Schöneberg französisch gepredigt und unter 
richtet. 
Anfangs litt die Kolonie unter Wassermangel, und erst 
1709 baten die Bewohner von Schöneberg die landgräfliche 
Regierung um Überlassung einer Quelle Lind um Geld zur Anlage 
eines Brunnens. 
Der Stammvater Isakk Pierson besaß - nach den Angaben des 
Evgl.Kirchenbuchamtes Hofgeismar - 
(( aus I. Ehe - Ehefrau Anna Katharina Elberfeld-) = 2 Söhne 
( aus II.Ehe - n Amalie Charlotte Runge-) = 7 Söhne 
und 3 Töchter 
Bei
        

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