Full text: Unterm Hugenottenkreuz

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den, Norwegen, Dänemark und Rußland* 
Für die Flüchtlinge aus Südfrankreich und Savoyen war 
die Schweiz die nächste Zuflucht. 
Für einen großen Feil der Refugies war jedoch die 
Schweiz nur das Durchgangsland, von hier aus wandten sie 
sich nach den reformierten Staaten des damaligen deutschen 
Reiches. 
Die katholischen deutschen Länder kamen zur Einwanderung 
überhaupt nicht in Betracht, die lutherischen Staaten (haupt 
sächlich Thüringen) nur in geringem Maße, da man hier die 
strengen Calvinisten (Reformierte) nicht dulden wollte. 
Für die Einwanderung in Brandenburg wurden rund 20 000, 
für Hessen=Kassel fast 4 000, 
für Hessen-Darmstadt und Württemberg 
je 2 000 
Flüchtlinge, angenommen. 
Allen eingewanderten fremden Handwerkern und Kaufleuten 
in Hessen wurden neben anderen Vorrechten eine zehnjährige 
Befreiung von allen Steuern, Kontributionen, Einquartierun 
gen und sonstigen Diensten zugesichert• 
Diesem ersten Aufruf des Hessenfürsten folgten bald 
noch andere Schritte. Durch ein späteres Patent wurden die 
genannten Freiheiten der Einwanderer von 10 auf 12 Jahre 
ausgedehnt und auf deren Kinder bezogen. 
Die am 18* April 1685 angekündigte Freiheitskonzession 
erschien dann am 12. Dezember 1685 als großer Freiheitsbrief 
des Landgrafen Karl in französischer Sprache. 
Am Schlüsse der neuen Einladung findet sich eine kurze 
Schilderung der Hauptstadt Kassel und des Hessischen Landes. 
Es heißt darin: 
'»Die Stadt Kassel ist groß, fest, wohl gebaut; die 
Straßen sind schön, die Häuser bequem und wohlfeil. 
Sie hat mehrere schöne Brunnen, die ihre Wasser in 
alle Straßen ergießen. 
Der schiffbare Fluß Fulda durchschneidet die Stadt; 
man kann Handel treiben zu lande und zu Wasser nach 
Hamburg, Bremen, Braunschweig, Hannover,Frankfurt/Main, 
Marburg/lahn und anderen Städten zu denen Kassel in 
der Mitte liegt", 
Der
        

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