Full text: Kath. Dorothea Viehmann / Pierson

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Einwanderung 
der Rdfugiös / Hugenotten 
in die neue Heimat Hessen - Kassel 
Die weitaus Eieisten Flüchtlinge - Rdfugids / Hord- 
fr ankreichs flohen nach den germanischen ländern England und 
Holland* Die nach England Geflüchteten zogen später grössten 
teils nach Nordamerika. Verhältnismässig gering war die Ein 
wanderung nach Schweden, Dänemark und Russland * Pur die Flücht 
linge aus Südfrankreich und Savoyen war die Schweiz die näch 
ste Zuflucht. Für einen grossen Teil der Röfugids war jedoch 
die Schweiz nur das Durchgangsland, von hier aus wandten sie 
sich nach den reformierten Staaten des damaligen deutschen 
Reiches. 
In Hessen/Kassel wurden fast 4000 Flüchtlinge angenommen. 
Allen eingewanderten fremden Handwerkern und Kaufleuten in 
Hessen wurden neben anderen Vorrechten - eine zehnjährige 
Befreiung von allen Steuern,Kontributionen, Einquartierun 
gen und sonstigen Diensten zugesichert. Durch ein späteres 
Patent wurden die genannten Freiheiten der Einv/anderer von 
10 auf 12 Jahre ausgedehnt und auf deren Kinder bezogen. 
Die angekündigte Freiheitskonzession erschien am 12.12.1685 
als grosser Freiheitsbrief des Landgrafen Karl in französischer 
Sprache. Am Schlüsse dieser neuen Einladung findet sich eine 
kurze Schilderung der Hauptstadt Kassel und des hessischen 
Landes. Es heisst darin: 
"Die Stadt Kassel ist gross, wohl gebaut, die 
Strassen sind schön, die Häuser bequem und wohlfeil. 
Sie hat mehrere schöne Brunnen, die ihre Wasser in 
alle Strassen ergiessen. Der schiffbare Fluss Fulda 
durchschneidet die Stadt; man kann Handel treiben 
zu Lande und zu Wasser nach Hamburg, Bremen, Braun 
schweig, Hannover, Frankfurtmain, Marburglahn und 
anderen Städten, zu denen Kassel in der Mitte liegt".
        

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