Full text: Kath. Dorothea Viehmann / Pierson

Schöneberg geschauten Bilder prägten sich von neuem Dorothea 
tief ein* Besonders die Märchen aus dem Mund© ihrer nahen Ver 
wandten in Schöneberg, stammend -aus deren Heimat an den Ufern 
der Mosel, offenbarten in späteren Jahren noch manch fremd 
ländische und temperamentvolle Erscheinung* Borotheas Phanta 
sie mag der jhfschtbare Boden gewesen sein, in welchem der gol 
dene Samen der wunderbaren Märchenwelt eine besondere Pflege 
stätte gefunden hat. Sie Verdankt ihre Beredsamkeit dem er 
erbten gallischen Temperament. Das Gehörte fasste in der offe 
nen Seele des Kindes noch tiefere Wurzeln, wenn beim Erzäh 
len leise der Abendwind säuselte, das Rauschen der Bäume und 
Sträucher die abendliche Stille unterbrach, und der helleuchten 
de Mond für kurze Zeit die eilenden Wolkenfetzen zerriss. 
Als ein besonderes Erlebnis in Schöneberg galt für 
Dorothea der Besuch des Gotteshauses. Schon der Eintritt mit 
den Kolonisten in das kleine ehrwürdige Kirchlein von Schöne 
berg war für ihre empfängliche Seele ein überwältigendes Er 
eignis; dazu kam die Predigt, die damals und bis ins Jahr 1822 
hinein in der Sprache ihrer glaubensstarken,französischen 
Vorfahren gehalten wurde. 
Doch gar zu schnell war die Ferienzeit in Schoneberg 
für die Pierson-Jugend vergangen und wieder wurden sie von den 
Grosseltern und Eltern in dem grossen Anwesen der Ehallhütte bei 
Kengershausen freudig und herzlich in Empfang genommen. 
Dorothea aber stand lebendig vor Augen die Gestalt 
des 1686 aus Metz / Lothringen als Hugenotte um seines Glau 
bens willen geflohenen Stammvaters Monsieur Isaak Pierson 
erster Gemeindevorsteher der Kolonie SchSneberg.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.