Full text: Kath. Dorothea Viehmann / Pierson

Am 25# April rückten die hessischen Bauern von allen Seiten 
nach Kassel unter Führung des Obersten v. Börnberg vor; die 
Felsberger zogen dem Haupttrupp voraus# 
Durch Verrat waren die westfälisehen Truppen in Kassel 
bereits alarmiert und zogen den hess. Truppen entgegen. Sie 
trafen sich zu einem kurzen Gk?fecht an der Knallhütte. 
d) Aber auch eine Sage leicht heiterer Art ist bereit, 
den Hamen "Knallhütte ” zu erklären; 
Da, wo jetzt die Knallhütte steht, war einst noch 
tiefer, tiefer Urwald. Mitten in dieser ?/ildnis lebten in 
einer elenden Hütte ein Köhler mit seiner Frau. Bine Kuh war 
ihr einziges Bigentum. Eines Tages, als der russige Köhler mit 
der Schürstange an einem Meiler beschäftigt war, kam ein Jäger, 
der sich im Dickicht verirrt hatte, zu ihm und bat ihn um 
einen Trunk Milch und etwas zu essen. Die beiden gewährten dem 
Fremdling diese Bitte gern und freuten sich, dass es ihm so gut 
mundete. Dass der Jäger der damalige Landgraf* Moritz von Hessen 
war, ahnten die guten Leutchen nicht, nachdem der Landgraf sich 
gelabt hatte, bemerkte er erst die schöne Aussicht, die ihm 
eine 7/aldschneise über das Fuldatal bot. Br rief den Köhler zu 
sich und sprach; "Dies ist ein schönes Fleckchen Erde, hier 
will ich mir eine "Khallhütte" bauen”. - Dazumal nannte man 
die Flinten auch Donner- oder Knallbuchsen. Der Landgraf meinte 
also eine Jagdhütte. - Als das Häuschen fertig war, schenkte 
es Landgraf Moritz den beiden Alten. Er aber weilte oft und 
gern dort oben, liess sich die einfachen Mahlzeiten schmecken 
und "knallte” nach Herzenslust. 
So erzählt die Sage von der Knallhütte.
        

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