Full text: Der Stern der Erlösung

zuvor den Stuhl vor die Tür gesetzt hatte. Und zwar war 
das Logische dabei zunächst in schlimmerer Lage als das 
Ethische gegenüber dem Metaethischen. Denn während das 
Ethische sofort wußte, wo es seine Unterkunft zu suchen 
hatte, war das Logische zunächst heimats- und wohnungslos. 
Die Welt hatte es, sofern es sich nicht ihr einfügte, also sofern 
es »Absolutes«, schlechthinige Einheit zu sein beanspruchte, 
seiner Dienste entlassen. Die Welt war schlechthin unabsolut 
geworden. Nicht bloß der Mensch, nein auch Qott konnte 
außer ihren Grenzen, wenn anders er wollte, Platz finden. 
Diese metalogische Welt bot aber, gerade weil sie gottlos 
war, keinen Schutz gegen Gott. Der Kosmos von Parmenides 
bis Hegel war securus adversus deos gewesen. Er war es, 
weil er selber das Absolute einschloß, wie ebenfalls schon 
Thaies in seinem andern überlieferten Wort über das »Alles«, 
es sei voller Götter, aussprach. Der nachhegelsche Kosmos 
genoß diese Sekurität nicht. Die Kreaturhaftigkeit, die wir 
für die Welt beansprucht hatten, um die Selbsthaftigkeit des 
Menschen zu retten, läßt so auch Gott aus der Welt ent 
weichen. Der metaethische Mensch ist der Gärstoff, der die 
logisch=physische Einheit des Kosmos zerfällt in die metalo 
gische Welt und den metaphysischen Gott. 
Von Gott hat es längst eine Wissenschaft »Metaphysik« 
gegeben. Unsre beiden Begriffe metalogisch und metaethisch 
sind ja nach der Bedeutung gebildet, die jenes Wort im Laufe 
der Geschichte angenommen hatte. Noch mehr als bisher 
schon in dieser notwendigerweise nur andeutenden Einleitung 
müssen wir also hier die Verwechslung mit den uralten philo 
sophischen Begriffen fürchten, und noch schwerer können wir 
sie vermeiden. Schon bei den Bemerkungen über das meta 
ethische Selbst war es schwer gewesen, seine Verwechslung 
mit dem Begriff der sittlichen Persönlichkeit zu vermeiden. 
Wir hatten gleichnisweise auf den Lyriker und den Heiligen 
hingewiesen; wir hätten etwa auch auf den Theaterbösewicht 
mit seinem »So bin ich nun einmal, und so will ich denn auch 
sein« hindeuten können, um die hier gemeinte völlige Befreit-
        

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