Full text: Der Stern der Erlösung

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SCHWELLE 
laubt, daß sich die Ja- und die Neinäußerung getrennt von 
einander und gar in zeitlichem Nacheinander äußern. Wenn 
trotz solchen Eingehens der Elemente in die Form der Zeit 
lichkeit dies Eingehen selber ihnen den Weg zur Ewigkeit be 
deutet, so muß ja die Möglichkeit der Trennung unterwölbt 
sein von der Gewißheit der Verbindung und der Welttag des 
Herrn in sich selber schon die Anlage tragen zum Gottestag 
der Ewigkeit. Diese Gewähr der Ewigkeit trotz der Zeitlich 
keit des Sichoffenbarens liegt für Gott in der Erlösung; sie 
bindet Schöpfung und Offenbarung, und da sie nicht bloß die 
Gewähr, sondern selber auch die erfüllende Verwirklichung 
der Ewigkeit ist, so wird eben für Gott sein Welttag ohne wei 
teres zu seinem eigenen Tag. Daß diese unmittelbare Einer- 
leiheit von Gewähr und Erfüllung der Ewigkeit für die beiden 
andern »Elemente« nicht gilt, das macht sie zu den »andern« 
und Gott zum Einen. Es ist also der eigentliche Grund dafür, 
daß Gott uns »oben« sitzt im Regimente und Welt und Mensch 
ihm in ewiger Ordnung untergetan sind. 
Des Menschen Ewigkeit ist gepflanzt in den Boden der 
Schöpfung. Die Schöpfung wäre das Und zwischen den beiden 
vor Gott getrennten und doch im Menschen vereinigten Augen 
blicken seines Lebens, der Geliebtheit und dem Lieben. Jene, 
die ihm von Gott her kommt, diese, die sich der Welt zu 
wendet, — wie anders dürften sie ihm für eins gelten, wie 
anders dürfte er sich bewußt sein, Gott zu lieben indem er den 
Nächsten liebt, als weil er zu innerst und von vornherein weiß, 
daß der Nächste Gottes Geschöpf und seine Liebe zum Näch 
sten Liebe zu den Geschöpfen ist. Und wie anders dürfte er 
sich bewußt sein, von Gott geliebt zu werden als der gleiche, 
den er selbst im Nächsten liebt, als weil Gott das ihm und dem 
Nächsten Gemeinsame, dies daß dieser ist »wie er« und also 
sie beide »Menschen sind«, nach seinem Ebenbilde geschaffen 
hat. Seine Gottgeschöpflichkeit und Gottebenbildlichkeit sind 
in ihm von der Schöpfung her gelegter Grund, auf dem er das 
Haus seines ewigen Lebens im zeitlichen Hin- und Widerstrom 
von Gottes- und Nächstenliebe sich bauen kann.
        

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