Full text: Der Stern der Erlösung

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ZWEITER TEIL: DRITTES BUCH 
meinde, wie sie sich priesterlich verfaßt für den Weg durch 
Welt und Zeit der Ihr; und es trauen — der feststehende Name 
für die Proselyten: — die den Ewigen fürchten, die einstige 
messianische Gemeinde der Menschheit, der Wir Alle. Aus 
dem Triumph des Vertrauens, das die künftige Erfüllung vor 
wegnimmt, steigt nun in genau entsprechendem Aufbau das 
Gebet, das sie erbetet, wieder Israel, Aarons Haus, die Ehr 
fürchtigen Alle — »Klein und Groß«. 
Und nun singt der Chor das Wir dieser Erfüllung: das 
Wachstum des Segens Schritt für Schritt, »je mehr und mehr«, 
von einem zum nächsten, von einem Geschlecht zum nächsten; 
er mehre, füge zu, euch, euch und euren Kindern. Denn wohl 
gegründet ist dies lebendige Wachstum des Segens von uran 
im Geheimnis der Schöpfung: gesegnet seid ihr dem Herrn, 
der Himmel und Erde geschaffen. Aber frei gegen dieses stille, 
selbsttätige Wachstum der Schöpfung bleibt das Liebeswerk 
des Menschen auf der Erde; er wirke es, als ob es keinen 
Schöpfer gäbe, keine Schöpfung ihm entgegenwachse: Die 
Himmel sind des Ewigen Himmel, aber die Erde gab er den 
Menschenkindern. Den Menschenkindern — nicht der Ge 
meinde Israels; in der Geliebtheit und im Vertrauen weiß sie 
sich allein, in der Tat der Liebe weiß sie sich nur als Men 
schenkinder schlechtweg, kennt sie nur den Irgendjemand, den 
andern schlechtweg, den — Nächsten. 
Und so kommt die weltfreie Liebestat über die lebendig 
wachsende Schöpfungswelt. Aber dies Leben ist ja von der 
Schöpfung her dem Tod als seinem Vollender verfallen. Und 
wie denn? Nimmermehr stimmt doch das gestorbene Leben 
noch ein in den Lobgesang der Erlösung! Das gestorbene 
nimmermehr. Aber — und nun in diesem Aber steigert sich 
der Chor zum ungeheuren Unisono des allstimmigen, alle künf 
tige Ewigkeit ins gegenwärtige Nun des Augenblicks kohorta- 
tiv hineinreißenden Wir: Nicht die Toten, wahrhaftig nicht — 
»aber Wir, wir loben Gott von nun an bis in Ewigkeit«. Dies 
siegende Aber, — »Aber Wir sind ewig« — hat unser großer 
Meister als seiner Weisheit letzten Schluß ausgerufen, als er
        

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