Full text: Der Stern der Erlösung

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ERSTER TEIL: EINLEITUNG 
Jene übrigens leere Wand versinnbildlicht nicht übel, was 
von dem Denken bleibt, wenn man seine weltbezogene Viel 
heit abtrennt. Durchaus kein Nichts, aber doch etwas ganz 
Leeres, die nackte Einheit. Man könnte das Bild nicht auf 
hängen, wenn die Wand nicht da wäre, aber mit dem Bild 
selber hat sie nicht das mindeste zu tun. Sie hätte nichts da 
gegen einzuwenden, wenn außer dem einen noch andre Bilder, 
oder statt des einen ein andres Bild auf ihr hinge. Wenn 
nach der von Parmenides bis Hegel herrschenden Vorstellung 
die Wand gewissermaßen al fresco bemalt war, Wand und 
Bild also eine Einheit ausmachten, so ist nun die Wand in sich 
Einheit, das Bild in sich unendliche Vielheit, nach außen aus 
schließende Allheit, das heißt aber: nicht Einheit, sondern 
Eins, — »ein« Bild. 
Wo jene Einheit, auf der nun allein noch der alte Begriff 
der Logik haftet, jene nichts außer sich kennende noch an 
erkennende Einheit hingehört, kann noch nicht erörtert 
werden. Die Welt jedenfalls hat, gerade weil und insofern sie 
die Welt »von Parmenides bis Hegel« ist, jene Einheit nicht 
innerhalb, sondern außerhalb ihrer Mauern. Das Denken ist 
in ihr heimatsberechtigt, sie selber aber ist nicht das All, 
sondern eine Heimat; das Denken wiederum will und darf 
seine vornehmere Herkunft, die es weiß, ohne sie doch im 
einzelnen bestimmt nachweisen zu können, nicht vergessen, — 
darf es nicht, sogar um der Welt willen; denn seine Leistungen 
in ihr für das Sein beruhen auf der Kraft jener vornehmeren 
Herkunft. So ist die Welt dem eigentlich Logischen, der Ein 
heit, gegenüber ein Jenseits. Die Welt ist nicht alogisch; im 
Gegenteil, das Logische ist ein wesentlicher, ja recht eigent 
lich, wie wir sehen werden, ihr »wesentlicher« Bestandteil: 
sie ist nicht alogisch, aber — mit dem von Ehrenberg auf 
gebrachten Wort — metalogisch. 
Was das bedeutet, wird, soweit es in diesen vorbereitenden 
Andeutungen überhaupt möglich und erforderlich ist, klarer 
werden, wenn wir einen vergleichenden Blick rückwärts 
werfen auf das, was wir beim Menschbegriff dasJVletaethische
        

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