Full text: Der Stern der Erlösung

SCHÖPFUNG 
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gerade vor ihr steht, so das einzelne Wollen nicht um die 
höchste Persönlichkeit, sondern nur um die Persönlichkeit des 
Menschen oder der Gemeinschaft, vor der es gerade steht. 
Aber die Philosophie erschwingt freilich auch diesen äußersten 
Punkt so gut bei der Gegenständlichkeit wie bei der Persön 
lichkeit. Und wie im Ding an sich die Dinge erzeugende Un- 
erschöpflichkeit des erkennenden Ichs ihre Be=dingung und 
also ihr Bishierherandnichtweiter fand, so findet die seine Per 
sönlichkeit immer wieder neu gebärende Hingabe des Wollen» 
den ihr Ziel in der höchsten Persönlichkeit. In »A=A« findet 
sich der Wille nicht mehr wieder, hier gibt er sich auf, wie 
das Erkennen im B=B des Ding=an=sich zerschellt, — ohne 
Aussicht auf Wiederauferstehung. 
Wer ist dies »A=A«? Es ist Persönlichkeit, aber eine, in 
der sich der menschliche Wille nicht mehr wiederfindet, so 
wenig wie das Erkennen sich noch wiedererhebt, wenn es 
einmal beim Ding an sich angekommen ist. Es ist ganz offen 
bar — und der Idealismus hat diese Konsequenz nicht ge 
scheut — die Persönlichkeit Gottes. So hat also der Idealismus 
vollbracht, wessen er sich von Anfang an vermessen hatte, als 
er das Ich zur Wurzel des Erkennens machte: Gott ist zum 
Gegenstand geworden, zum absoluten Gegenstand zwar nicht 
des Erkennens, aber des Wollens. Gott als Persönlichkeit, 
wenn auch absolute Persönlichkeit. Absolute Persönlichkeit 
ist ja eigentlich ein Widerspruch. Die Formel der Persönlich 
keit, B=A, charakterisiert sie als einen Weltinhalt unter andern. 
Wenn Gott absolute Persönlichkeit genannt wird, so kann das 
nur heißen, daß er die Helle ist, in der alle Persönlichkeit ver 
blaßt, daß er aber auch weiter nichts ist als diese Grenze 
aller menschlich=weltlichen Persönlichkeit. Ihn etwa, sowie 
er hier »entsteht«, als absolutes Ich anzusprechen, geht nicht 
an und ist auch im Idealismus nicht geschehen. Nicht absolutes 
Ich, sondern absoluter Geist ist der Name, den der Idealismus 
ihm geschöpft hat. Kein Ich also, sondern ein Er, — nein, 
weniger als Er: ein Es. Der Gegenstand bleibt Gegenstand, 
auch nachdem er Gott geworden ist. Aber an diesem Punkte
        

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