Full text: Der Stern der Erlösung

12* 
SCHÖPFUNG 
*7 9 
decken. Die ganze Rückführung der Ungegenständlichkeit (um 
nicht zu sagen Subjektivität) des Tuns über das Geschehen, 
das Ding, letzthin auf die Eigenschaft als auf das rein Gegen 
ständliche selbst, scheint ja ohne weiteres auch für die Dar 
stellung des idealistischen Weltbildes zu gelten; auch dieses 
steht grammatisch unter den Kategorien des Präteritums, der 
dritten Person, der Intransitivität, der beiden Artikel, des be 
stimmten und unbestimmten, der Pronomina, vom indefiniten 
über das interrogative zum demonstrativen, endlich des Ad 
jektivs. Dieser Schein ist nichts weiter als natürlich. Beide, 
sowohl das durch die Schöpfung begründete metalogische wie 
das in der Erzeugung begründete idealistische Weltbild, wollen 
die Gegenständlichkeit der Welt sichern, und eben die Gegen 
ständlichkeit ist es, die in dieser Auswahl aus den grammati 
schen Kategorien beschrieben wird. Die Ursache, weshalb 
gleichwohl der Idealismus sich über die Sprache mit einer 
eigenen sprachfeindlichen Logik zu erheben sucht, muß also in 
der Begründung, nicht im Begründeten liegen; sichtbar wird 
sie also werden bei dem ursprünglichen Hervorgehen des 
ersten Begründeten aus dem Begründenden. 
Wirklich zeigt sich hier ein grammatischer Zusammenhang, 
den der Idealismus nicht annehmen kann. Wir begründeten 
das letzte Begründete, das Symbol des ersten Geschaffenen, 
das Eigenschaftswort, auf ein StamnnEigenschaftswort, das 
bejahende »(es ist) gut«. An Stelle dieser freien, gewisser 
maßen kampf- und krampflos herausgestellten Bejahung, die 
doch zugleich, selber schon ein Eigenschaftswort, die erste 
grammatische Kategorie repräsentiert, an Stelle dieses adjek 
tivischen Ja setzt der Idealismus ein pronominales »Stamm 
wort«, das aber hier nicht wahrhaft Stammwort ist, weil es 
mit dem doch auch vom Idealismus als die Grundform der 
Gegenständlichkeit anerkannten Eigenschaftswort nicht gram 
matisch zusammengehört. Der Zusammenhang des Ich und 
der Eigenschaften ist vielmehr »rein logisch«; darin erweisen 
sie sich beide als Voraussetzungen; beide sind »vor« der Er 
zeugung da, sowohl das Ich wie das Chaos des Gegebenem
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.