Full text: Der Stern der Erlösung

SCHÖPFUNG 
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Ergänzung. Was wir schon beim überall in der Welt an 
sässigen und also allzu weltheimischen Logos der metalo 
gischen Welt wohl wußten, daß er ein Eines, »Einfältiges« jen 
seits seiner selbst, ja jenseits der Welt brauche, damit er in 
Wahrheit Logos zu sein beanspruchen dürfte, das hatten wir 
auch noch für das aus jenem Logos entstammte Dasein der 
Kreatur in voller Gültigkeit gefunden: auch das war in seiner 
Allgemeinheit zwar ein Ganzes, Eines, aber keine Einheit 
gewesen. Aber diesmal war uns das »Jenseits«, wo wir die 
Einheit zu suchen hätten, kein bloßes »Irgendwo« gewesen, 
sondern uns in klarer Richtung gewiesen; jener allzu »sinn 
lich« gewordene Weltsinn mußte in einem Übersinnlichen 
seinen Grund und Ursprung haben; als »Dasein« erschloß er 
sich dem Einwirken eines solchen übersinnlichen Grundes; der 
Gedanke der Schöpfung führte ihn damit zusammen, indem 
hier die Form der Verursachtheit auf das Dasein geprägt, das 
Dasein zum Schon=da=sein wurde. Das eben, eine solche Ver- 
zeitlichung, spezieller ein solches Ausgezeichnetsein mit dem 
Charakter des Vergangenen, das war es, was dem Weltsinn 
innerhalb der metalogischen Welt noch ganz gefehlt hatte und 
weshalb dort für seine, des Weltlogos, Einheit nur ein »Irgend 
wo« behauptet werden konnte, ein Irgendwo, auf dessen Ort 
jene ganz geschlossene Welt selbst nirgends erkennbar und 
eindeutig hinwies. 
Das Dasein der Kreatur wies dann die Richtung, das Da= 
sein der Schöpfung ist an dem gesuchten Punkt angelangt. Er 
sichert in der Gegenständlichkeit zugleich die Wahrheit der 
Welt und erhält das elementare, das metalogische Weltbild 
in Geltung. Die Welt ist kein Schatten, kein Traum, kein 
Gemälde; ihr Sein ist Dasein, wirkliches Dasein — geschaf 
fene Schöpfung. Die Welt ist ganz gegenständlich, alles Tun 
in ihr, alles »Machen«, ist, da es in ihr ist. Geschehen; der 
Vorgang ist mindestens der Grund der Wirklichkeit, in dem 
auch das Tun gegründet ist. So ist selbst das Geschehen in 
ihr dinglich, fügt sich dem Grundbegriff, unter dem sich die 
Gegenständlichkeit der Welt überhaupt verwirklicht, eben der
        

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