Full text: Kinder- und Hausmärchen

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Gericht führen und sie wurden verurtheilt; die Tochter ward 
in den Wald geführt, wo sie die wilden Thiere zerrissen, wie 
sie sie erblickten; die Hexe aber ward ins Feuer gelegt und 
mußte jammervoll verbrennen. Und wie sie davon verzehrt 
war, verwandelte sich auch das Rehkälbchen und erhielt seine 
menschliche Gestalt wieder, und Schwesterchen und Brüderchen 
lebten glücklich zusammen, bis an ihr Ende. 
10. 
Die drei Männlein im Walde. 
Es war ein Mann, dem starb seine Frau, und eine Frau, 
der starb ihr Mann; und der Mann hatte eine Tochter und 
die Frau hatte auch eine Tochter. Die Mädchen waren mit 
einander bekannt und giengen zusammen spazieren, und kamen 
yernach zu der Frau ins Haus. Da sprach sie zu des Mannes 
Tochter: „hör, sag deinem Vater, ich wollt ihn heirathen, 
dann sollst du jeden Morgen dich Ln Milch waschen und Wein 
trinken, meine Tochter aber soll sich Ln Wasser waschen und 
Wasser trinken." Das Mädchen gieng nach Haus, und er- 
zählte seinem Vater, was die Frau gesprochen hatte. Der 
Mann sprach: „was soll ich thun? das Heirathen ist eine 
Freude und ist auch eine Qual!" Endlich zog er seinen Stie-
	        

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