Full text: Kinder- und Hausmärchen

disch über sein Glück. „Nun, der wunderbare Baum bleibt 
uns, dachten sie, können wir auch keine Früchte davon bre 
chen, so wird doch jedermann davor stehen bleiben, zu uns 
kommen und ihn rühmen; wer weiß, was uns noch für ein 
Glück Müht." Aber am andern Morgen war der Baum ver 
schwunden, und ihre Hoffnung dahin; und wie Zweiauglein zu 
seinem Kämmerlein hinaussah, so stand er zu seiner großen 
Freude davor, und war ihm also nachgegangen. 
Zweiauglein lebte lange Zeit vergnügt; da kamen einmal 
zwei arme Frauen auf ihr Schloß, und baten um ein Almo 
sen. Da sah ihnen Zweiauglein ins Gesicht, und erkannte 
ihre Schwestern Einäuglein und Dreiäuglein, die so in Armuth 
gerathen waren, daß sie uncherziehm und vor den Thüren ihr 
Brot suchen mußten. ZweLäugteLn aber hieß sie willkommen, 
und that ihnen Gutes und pflegte sie, also daß die beiden von 
Herzen bereuten, was sie ihrer Schwester Ln der Jugend Bö 
ses angethan hatten. 
47. 
Die weiße und schwarze Braut. 
Eine Frau gieng mit ihrer Tochter und Stieftochter über 
Feld, Futter zu schneiden. Da kam der liebe Gott als ein 
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