Full text: Kinder- und Hausmärchen

hast. Und wenn du satt bist, und das Tischlern nicht mehr 
brauchst, so sprich nur: 
„Zicklein meck! 
Tischlern weg!" 
so wirds vor deinen Augen wieder verschwinden." Darauf 
gr'eng l die weise Frau fort; Zweiäuglein aber dachte; ich 
muß gleich einmal versuchen, ob es wahr ist, was sie gesagt 
hat, denn mich hungert gar zu sehr" und sprach: 
„Zicklein, meck! 
Tischlein deck!" 
Und kaum hatte es die Worte ausgesprochen, so stand da ein 
Lischlein mit einem weißen Tüchlein gedeckt, darauf ein Teller 
mit Messer und Gabel und Löffel, und die schönsten Speisen 
standen rund herum, und waren noch warm, als wären sie 
eben aus der Küche gekommen. Da sagte Zweiäuglein das 
kürzeste Gebetlein her, daß es wußte: „Herr Gott sey unser 
Gast zu aller Zeit. Amen!" und langte zu, und ließ sichs 
wohl schmecken. Und als es satt war, sprach es, wie die weise 
Frau es geheißen hatte: 
„Zicklein, meck! 
Lischlein weg!" 
Alsbald war das Tischchen, und alles darauf wieder verschwun 
den. Das ist ein schöner Haushalt, dachte Zweiäuglein, und 
war ganz vergnügt und guter Dinge.
	        

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