Full text: Kinder- und Hausmärchen

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einen kleinen Dienst erwiese. In der Stadt war ein großes, 
finsteres Thor, wo sie Abends und Morgens mit den Gänsen 
durch mußte, „unter das finstere Thor möchte er dem Falada 
seinen Kopf hinnageln, daß sie ihn doch noch mehr als ein 
mal sehen könnte." Also versprach das der Schindersknecht 
zu thun, hieb den Kopf ab, und nagelte ihn unter das fin 
stere Thor fest. 
Des Morgens früh, als sie und Kürdchen unterm Thor 
hinaus trieben, sprach sie im Vorbeigehen: 
o du Falada, da du hangest, 
da antwortete der Kopf: 
o du Jungfer Königin, da du gangest, 
wenn das deine Mutter wüßte, 
ihr Herz that ihr zerspringen; 
da zog sie still weiter zur Stadt hinaus, und sie trieben die 
Gänse auf's Feld. Und wenn sie auf der Wiese angekommen 
war, saß sie hier und machte ihre Haare auf, die waren eitel 
Silber, und Kürdchen sah sie und freute sich, wie sie glänzten, 
und wollte ihr ein Paar ausraufen. Da sprach sie: 
weh'! weh'! Windchen, 
nimm Kürdchen sein Hütchen, 
und laß'n sich mit jagen, 
Lis ich mich geflochten und geschnatzt, 
und wieder aufgesatzt.
	        

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