Full text: Kinder- und Hausmärchen

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schreist einem durch Mark und Bein, sprach der Esel, was 
hast du vor." „Da hab ich gut Wetter prophezeit, sprach 
der Hahn, weil unserer lieben Frauen Lag ist, wo sie dem 
ChristkindLein die Tücher gewaschen hat, und sie trocknen will, 
aber weil Morgen zum Sonntag Gäste kommen, so hat die 
Hausfrau doch kein Erbarmen und der Köchin gesagt, sie wollte 
mich Morgen in der Suppe essen, und da soll ich mir heut 
Abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei ich aus vollem 
Hals, so lang ich noch kann." „Ei was, du Nothkopf, sagte 
der Esel, zieh Lieber mit uns fort nach Bremen, etwas besse 
res, als den Tod findest du überall; du hast eine gute Stimme 
und wenn wir zusammen musicrren, so muß es eine Art ha, 
ben." Der Hahn ließ sich den Vorschlag gefallen, und sie 
giengen alle vier zusammen fort. 
Cie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht 
erreichen, und kamen Abends in einen Wald, wo sie übernach« 
ten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einem 
großen Baum, die Katze und der Hahn machten sich aber hin 
auf, der Hahn flog bis Ln die Spitze, wo's am sichersten für 
ihn ivar. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal nach allen 
vier Winden um, da dauchte ihn, er sahe in der Ferne ein 
Fünkchen brennen, und rief seinen Gesellen zu, es müßte nicht 
gar weit cm Haus seyn, denn es scheine ein Licht. Sprach 
der Esel: „ so müssen wir uns aufmachen und noch hingehen,
	        

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