Full text: Kinder- und Hausmärchen

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hatte nicht Ruhe und Rast, bis sie sich heimlich aufmachn 
und Ln die weite Welt gieng, ihre Brüder irgendwo aufzuspü 
ren und zu befreien, es koste was da wolle. Sie nahm nichte 
mit sich als ein Ringlein von ihren Eltern zum Andenke 
einen Laib Brot für den Hunger, ein Krüglein Wasser für 
den Durst und ein Stühlchen für die Müdigkeit. 
Nun gieng es immer zu, weit, weit bis an der Welk 
Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und 
fürchterlich und fraß die kleinen Kinder; eilig lief es weg, unfc 
hin zu dem Mond, aber der war gar zu kalt und auch grau 
sig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: „W 
rieche, rieche Menschenfleisch! " Da machte es sich geschwind 
fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich «»d 
gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der M 
genstern aber stand auf, gab ihm ein Hr'nkelbeinchen 
sprach: „wenn du das Weinchen nicht hast, kannst du nichtfe 
den Glasberg aufschließen, und in dem Glasberg da sind deine 
Brüder." 
Das Mädchen nahm das Beinchen, wickelte es wohli" 
ein Tüchlem, und gieng wieder fort, so lange bis es an fc# 
Glasberg kam, dessen Thor verschlossen war. Nun wollte ^ 
das Beinchen holen, aber wie es das Tüchelchen aufmachte,^ 
war es leer, und es hatte das Geschenk der guten Sterne ver 
loren. Was sollte es nun anfangen, seine Brüder wollte^
	        

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