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zeitig wurde der Firma ein Hochmoorgelände verpachtet, auf dem sie selbst
Torf gewinnen konnte. Seit einigen Jahren ist die ganze Torfgewinnung in
den Händen der Firma, die jährlich 70—80 000 t Torf gewinnt und ver
braucht. Dabei fallen jährlich etwa 40 ha Leegmoor an. Der Domänenfiskus
legt auf der verbleibenden Hochmoorfläche mit Hilfe von vier Dampfpflügen
Hochmoorweiden an. Seit 10 bis 12 Jahren werden Kolonisten auf dem
Hochmoor angesiedelt.
Sowohl auf dem jährlich anfallenden Leegmoor, als auf den übrigen
Kolonaten lassen sich natürlich Glaskulturen einrichten, da jeder Kolonist
berechtigt ist, den auf seinem Kolonat vorhandenen Brenntorf zu gewinnen,
um damit die Gewächshäuser zu heizen. Um die erste nötige Freifläche zu
erhalten, müßte natürlich erst etwas Torf verkauft werden, damit die Ab-
torfung nicht allzu lange Zeit in Anspruch nimmt.
Der Verkehr wird durch den die Moorfläche durchquerenden Nord-Georgs-
fehnkanal bewirkt, außerdem wird neuerdings der Bau einer Eisenbahn zur
besseren Aufschließung des Moores und seiner Umgebung geplant. Die
Ausführung dieser Bahn ist für die Verwertung des Moores, insbesondere
für die erwähnten gärtnerischen Zwecke vom größten Werte. Die Idee, das
dort entstandene Leegmoor nach holländischem Muster durch Glaskulturen
zu verwerten und gleichzeitig die Vorteile auszunutzen,
die bei der Kombination eines großen Dampfkraft
werkes mit Glaskulturen zu erzielen sind, Ist auf den
gegenwärtigen Leiter der Nordwestdeutschen Kraftwerke, Herrn Dr.-Ing. e. h.
Nielsen und den Leiter der Torfgewinnung in Wiesmoor Herrn Hin-
r i c h s zurückzuführen.
Die Vorteile einer solchen Kombination bestehen darin, daß die Glas
häuser mit dem Abdampf der großen Kessel geheizt werden können, und
daß aus den Kühltürmen angewärmtes Wasser zum Zweck der Begießung
der Pflanzen kostenlos zur Verfügung steht. Durch die Heizung mit Ab
dampf werden die Kosten der Erwärmung der Glashäuser nach sachver
ständiger Berechnung auf V* bis V\ des sonst erforderlichen Aufwandes
herabgedrückt. Ob die Bemühungen, die aus den Schornsteinen der großen
Werke zu gewinnende Kohlensäure zur Verstärkung des Kohlensäure
gehaltes der Gewächshausluft, also zur oberirdischen Düngung, und das an
Ort und Stelle so billige elektrische Licht zur Verlängerung der Belichtung
in den laugen Winternächten zu verwenden, von praktischem Erfolg begleitet
sein werden, muß abgewartet werden. In Wiesmoor sind jetzt fünf Morgen
unter Glas gebracht; es ist geplant, die Fläche auf 20 Morgen zu vergrößern.
Nach den in den Tabellen angegebenen Zahlen müßten jährlich, um die
Einfuhr in ihrem gegenwärtigen Umfang unnötig zu machen, 314 580 Doppel
zentner Gurken und 165 000 Doppelzentner Tomaten in Gewächshäusern
geerntet werden. Diese Mengen decken lediglich den Inlandsbedarf. Eine
erstrebenswerte Ausfuhr nach den nordischen Ländern und nach Osteuropa
hätte weit größere Erntemengen zur Voraussetzung. Es fragt sich, welche
Grundfläche mit Glashäusern zu bebauen wäre, um nur den Inlandsbedarf
zu decken.
Nach den Erfahrungen der Treibgurken- und Treibtomatenzüchter erntet
man auf 1000 qm überglaster Grundfläche (intensive Arbeit und Kultur vor
ausgesetzt) 240 Ztr. Gurken (32 000 Gurken ä V\ Pfund) und 120 Ztr. Tomaten.
Die hier angezogenen Beispiele beziehen sich auf Gurkenhäuser mit Heizung
und Tomatenhäuser ohne Heizung. In Wiesmoor wurden auf 1000 qm
(Tomatenhaus mit Heizung) 170 Ztr. Tomaten geerntet. Um 314 580 X 2
= 629 160 Ztr. Gurken und 165 000 X 2 = 330 000 Ztr. Tomaten heranzuziehen,
629 160
würden v ~- = rd. 1000 Morgen mit heizbaren Gurkenhäusern und
Vorteile der Kombi
nation von Glas
häusern mit Dampf
kraftwerken
Welche Fläche müßte
mit Glas bedeckt wer
den, um die gegenwär
tige Einfuhr von Gur
ken und Tomaten un
nötig zu machen?
240 X 2,5
330 000
120 X 2,5
dachen sein.
= rd. 1100 Morgen mit Tomatenhäusern ohne Heizung zu über-