Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Er kann so klug von Krieg und Zeitung 
schwatzen; 
Ist hochgelehrt! 
Macht Leberreim' — und weiß Euch tau 
send Fratzen : 
Ich halt' ihn Werth! 
Und hat auch schön Euch Euer Weib verführet, 
Sprach Niklas drauf. 
Wer fagts? rief Kunz, riß wie vom Blitz 
gerühret 
Die Augen auf. 
Nur still! sprach Niklas, ich will's Euch 
gestehen, 
Mein Weib und ich, 
Wir haben oft den feinen Gast gesehen, 
Der zu ihr schlich. 
Wenn ihr des Abends in der Schenke zechet, 
Ists ihm bewust — 
Geht schnell einmal nach Haus, und unter 
brechet 
Die Sündenlust. — 
Das 
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Das will ich thun! rief Kunz, und fuhr 
vom Sitze 
Geschwind empor; 
Und schob aus Bosheit seine rauhe Mütze 
Aufs linke Ohr. 
Er rennt' ins Haus — sah sich in allen Ecken 
Und Winkeln um; 
Doch konnt'er nichts verdächtiges entdecken: 
Und sirs jezt stumm. 
Was ist dir denn? frug Gretchen, wollt' 
ihn streicheln — 
Er sties sie fort! 
Du kannst nur deinen lieben Konrad 
schmeicheln; 
Mir sag kern Wort l 
Sir nahm zur Schürze Zuflucht, weil sie 
weinte, 
Und ängstlich war — 
Wer Männer kennt, der weiß schon, dieß 
vereinte 
Das junge Paar. 
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