Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

( If8 ) 
( 159 ) 
Wer donnert in der Wolke dort? 
Wer hebt der Erde Grund? 
Wer führt der Flüße Wellen fort 
Hin in der Meere Schlund? 
Wer schuf der Wälder junges Grün 
Im Lenze der Natur? 
Wer laßt die Saat, wer Bäume blühn 
Auf Balsamreicher Flur? 
Wer füllt die ganze schöne Welt 
Mit Heil und Segen aus? 
Wer schuf den Seraph, und erhalt 
Den Wurm? Wer baut sein Haus? 
Isis nicht der Gott/ der alles schafft, 
Was unser Aug erblickt? 
Des Huld mit warmer Segenskraft 
Welt und Natur erquickt? 
Er ists, der auch uns Menschen nährt 
Und uns mit Heil begrüßt, 
Er isis, der uns empfinoen lehrt, 
Wie wunderbar er ist. 
Voll 
Voll Weisheit führet er uns hin, 
Wo stiller Friede wohnt: 
Sein Wink ist Glück, stets ist Gewinn, 
Wo seine Liebe trohnt. 
Wenn uns des Unglücks Stürme drohn, 
Und trüber Wolken Nacht 
In Schrecken uns versenkt, und schon 
Der Donner um uns kracht; 
Wenn uns des Frevlers Wuth bestürmt 
Und unsre Ruhe stört, 
Der Heuchler Rank' auf Ranke thürmt, 
Womit er uns bethört; 
Wenn daun das bange Herz erbebt, 
Und Thränen brechen vor, 
Und alles uns verlaßt: so hebt 
Der Ew'ge uns empor. 
Als Retter kömmt er: nur Geduld! 
Erbarmung spricht sein Blick; 
Er ruft voll väterlicher Huld 
Zur Freude uns zurück. 
Kommt,
	        

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