Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

( h8 ) 
Die Hunde nur, und Pferd und geile Dirne» 
Mit Gnade lohnten, und Genie 
Und Tugend darben ließen, denn das Zürnen 
Der Geister weckte sie- 
Die liegen nun in dieser Schauergrotke 
Mit Staub und Würmern zugedeckt, 
Wie stumm, wie rühmlos! noch von kei« 
nem Gotte 
Zum Leben aufgeweckt. 
Weckt fle nur nicht mit eurem bangen 
Acchzen, 
Ihr Schaarcn, die sie arm gemacht, 
Verscheucht die Raben, daß von ihrem 
Krächzen 
Kein Wütrich hier erwacht. 
Hier kla/sche nicht des armen Landmanns 
Peitsche, 
DieNachts dasWild vom Acker scheucht, 
An diesem Gitter weile nicht der Deutsche, 
Der siech vorüber keucht. 
Hier 
( i49 ) 
Hier weine nicht der bleiche Waisenknabe, 
Dem ein Tyrann den Vater nahm, 
Nie fluche hier der Krüppel an dem 
Stabe 
Durch ihre Mordlust lahm: 
Damit die Quäler nicht zu früh erwachen; 
Seyd menschlicher, erweckt sie nicht! 
Ha! früh genug wird über ihnen krachen 
Der Donner am Gericht. 
Wo Todescng-l nckch Tyrannen greifen, 
Wenn hier im Zorn der Richter weckt, 
Und ihre Greul zu einem Berge hausen, 
Der flammend sie bedeckt. 
Ihr aber, beßre Fürsten, schlummert süße 
Im Nachtgewölbe dieser Gruft, 
Schon schreitet euer Geist im Paradiese, 
Gehüllt in Dlüthenduft. 
G 4 
Jauchzt
	        

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