Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

C T 44 ) 
( r45 ) 
Mit Freude geschmückt, 
Vom Frühling entzückt, 
Besingt ihr, ihr fühlende Hirten! 
Der Frühlinge Zier: 
Ihr Hirtinnen! ihr! 
Umwindet die Schäfer mit Myrthen. 
Loder. 
Die 
Gruft der Fürsten. 
^a liegen sie, die stolzen Fürsientrümmer, 
Ehmals die Götzen ihrer Welt, 
Da liegen sie, vom fürchterlichen Schimmer 
Des bloßen Tags erhellt. I 
Die alten Särge leuchten in der dunkeln t 
Verwesungsgruft, wie faules Holz. 
Wie matt die großen Silberschilde funkeln, j 
Des Fürsten letzter Stolz. 
Entse- 
Entsetzen packt den Wandrer hier beym 
Haare, 
Gießt Schauer über seine Haut, 
Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Baare, 
Aus hohlem Auge schaut. 
Wie fürchterlich ist hier des Nachhalls 
Stimme! 
Ein jäher Tritt stört seine Ruh, 
Ein Donner spricht mit schreckenvollem 
Grimme: 
£> Mensch! wie klein bist du! 
Denn ach! hier liegt der edle Fürst, der Gute, 
Zur Völker Seegen einst gesandt; 
Wie der, den Gott zur Nationen Ruthe 
Im Grimm zusammenband. 
An ihren Urnen weinen Marmorgeister, 
Doch kalte Thränen nur von Stein, 
Und lachend grub vielleicht ein welscher Meister 
Sie einst in Marmor ein. 
Da 
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